Gewürz „Koriander“ (Coriandrum Sativum)

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Kein Gewürz spaltet Meinungen über einen Geschmack so sehr wie Koriander. Entweder man liebt oder hasst ihn – einen Mittelweg gibt es kaum. Während die einen nicht genug bekommen können, reicht den anderen ein Blatt als Dekoration, um dankend abzulehnen. Was aber hat es mit dem Koriander Gewürz auf sich, dass es so besonders ist?

Der einzigartige Geschmack

Die Samen von Koriander haben einen unvergleichlichen Geschmack, der mild-würzig, nussig, leicht scharf aber dennoch süßlich ist. Ein klein wenig erinnert er uns auch an Orangenschalen und Zimt, je nachdem wie viel Phantasie eine Zunge zulässt. Besonders beliebt ist die Pflanze in Asien, wo sie in den meisten Gerichten verarbeitet wird. Aber auch in Afrika und Südamerika treffen wir immer häufiger auf das besondere Gewürz.
Zudem gibt es bei der Verarbeitung Unterschiede, denn die Samen schmecken anders, als das Koriandergrün selbst. Hier finden wir zunächst eine frische, würzige Note, die etwas an Zitruspflanzen erinnert. Wer die Blätter nicht ausstehen kann, beschreibt den Geschmack als seifig mit schlechtem, wanzenartigem Geruch. Wie bereits erwähnt – einen Mittelweg zu finden erweist sich als schwierig.
Andere Namen für Koriander sind auch beispielsweise chinesische oder indische Petersilie, Wanzendill, –kümmel oder –kraut.

Die Geschichte der Pflanze

Koriander stammt ursprünglich nicht wie erwartet aus Asien, sondern aus dem östlichen Mittelmeer. Seit über 3000 Jahren ist seine medizinische Eigenschaft bereits belegt und wurde sogar im Alten Testament erwähnt. Im alten Ägypten haben Forscher die Samen in den Grabstätten von Pharaonen gefunden, während diese von Hippokrates als Medizin eingesetzt wurden und die Römer auf ihren Feldzügen das Gewürz in ganz Europa verteilten. So trat der Koriander auch seine Reise nach Amerika an, wo er dann im 17. Jahrhundert angebaut wurde.

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Koriander in der Verwendung

Neben den klassischen asiatischen Gerichten, kann Koriander auch wunderbar zusammen mit Anis, Fenchel oder Kümmel kombiniert werden. Besonders beliebt ist diese Mischung als Brotgewürz.
Aber auch beim Backen kann der Samen für Lebkuchen oder Spekulatius eine feine Note sein.
Wer lieber auf Fleischgerichte zurückgreift, kann Koriander Rezepte wunderbar für alle Gerichte, inklusive Fisch und Wild, verwenden. Egal ob in der Sauce, eingelegt als Marinade oder als Beilagen-Highlight mit Linsen, Kohl, Kürbis oder sogar Chutneys ist dieses Gewürz immer ein guter Begleiter.
Da Koriander einen eben sehr eigenen Geschmack hat, lässt sich dieser auch sehr gut für außergewöhnliche Gerichte verwenden. Die indische oder orientalische Küche hat sehr viele Komponenten, die mit dem Samen wunderbar wirken und den Speisen eine exotische Note verleihen.

Tipp: Die Samen bekommen durch trockenes Rösten vor der Verwendung besonderes Aroma.

Das frische Korianderkraut, also die Blätter selbst, passt sehr gut in asiatische Gerichte oder aber auch in die lateinamerikanische Küche. Thai-Curries oder Guacamole sind dabei die Klassiker. Ansonsten kann die Pflanze auch für Salate, Saucen oder als Garnierung verwendet werden – sofern der spezielle Geschmack erwünscht ist.

Die Botanik

Für all jene, die es ganz genau wissen möchten: Koriander ist ein Doldenblütler, also eine krautartige Pflanzen mit mehrfach geteilten Blättern. Das Gewächs kann bis zu einem halben Meter hoch sein und die Blüten sind leicht rosa oder weiß.
Wer Koriander ernten möchte, muss aufpassen – denn unreife Früchte riechen unangenehm, daher solltest du nur wirklich reife Früchte verwenden.

Zum Würzen gibt es wie erwählt entweder die getrockneten gelblich-braunen Früchte, die wir als Samen kennen, oder das klassische frische grüne Kraut, also die Blätter selbst. Die in Mitteleuropa angebaute Pflanze ist meist kleiner und hat mehr ätherische Öle, als die orientalische Art.
Wenn du eine Koriander Pflanze kaufen möchtest, solltest du bei einer Gewürz-Zucht auf einen durchlässigen, kalkreichen Bode mit einem sonnigen und geschützten Standort achten. Möchtest du einen Blatt-Koriander, ist ein halbschattiger bis schattiger Platz besser geeignet.


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