Kräuterlexikon – Die Brennnessel

0 keine Tags Permalink 0

Von den meisten als Unkraut verpönt genießt die Brennnessel als wortwörtlich eingebrannte Kindheitserinnerung oft keinen guten Ruf. Doch damit tun wir dieser wertvollen Pflanze Unrecht, denn ihre Inhaltsstoffe entwickeln so manche Wirkungen, die es nicht zu unterschätzen gilt.

Langbewährte Heilpflanze

Schon im Mittelalter erkannten die Menschen die Kraft der Heilkräuter und entdeckten schnell, dass die Brennnessel weitaus mehr als Schmerzen verursacht. Aufgrund ihres häufigen und verwilderten Vorkommens war die Brennnessel eine kostenlose Begleiterin bei unterschiedlichsten Beschwerden und Krankheiten.

Heute finden wir dieses Heilkraut als Arznei besonders bei Harn- und Nierenbeschwerden, sowie bei Stoffwechsel- oder Verdauungsproblemen. Sie gilt als entzündungshemmend und krampflösend.

Eine heilende Wirkung wird ihr aufgrund von Inhaltsstoffen wie Flavonoiden, Phytosterole, verschiedenste Mineralstoffe wie Kieselsäure, Kalium und Eisen sowie Carotinoide und Acetylcholin zugesprochen.

Die Heilpflanze wirkt zudem auch noch immunsystemstimulierend und schmerzlindernd.

Der Brennnesseltee ist ein sehr häufiges und beliebtes Hausmittel bei unterschiedlichsten Beschwerden. Der Tee wirkt wahre Wunder bei Blasenentzündungen oder ersten Anzeichen einer Grippe. Einfach zwei Teelöffel Blätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und nach etwa zehn Minuten den Tee in kleinen Schlucken trinken. Wird der Tee über sechs Wochen getrunken, empfiehlt sich eine Pause von circa zwei bis drei Wochen.

Die Frage aller Fragen: Warum wird diese Pflanze ihrem Namen gerecht und brennt tatsächlich?

Kleine feine Brennhaare sind für das Brennen verantwortlich. Diese sind mit Kiesel- und Ameisensäure gefüllt, welche bei einer Berührung abbrechen und sich wie mikroskopisch kleine Nadeln in die Haut bohren. So gelangt die Säure in die Haut, welche das Brennen und die typisch roten Quaddeln verursacht. Zwar kennen wir alle dieses furchtbare Gefühl, gefährlich ist es aber nicht.

Die Brennnessel als Küchenakteur

Kaum zu glauben, dass diese Pflanze auch auf unseren Tellern eine gute Figur macht. Wer etwas Mut zeigt, kann das Kraut als Suppe, Gemüse oder Saft verarbeiten. Besonders als Smoothie ist die Brennnessel ein toller Begleiter für den grünen Vertreter: am besten mit Spinat und Obst, wie beispielsweise Bananen oder Erdbeeren.

Vitamin C, Eisen, Magnesium, sowie Calcium und Eiweiß machen die Heilpflanze äußerst gesund und so zum perfekten Frühstückspartner für einen frischen Start in den Tag.

Wer es lieber pikant mag sollte sich eine Brennnesselsuppe im Frühjahr nicht entgehen lassen. Diese macht nicht nur fit, sondern schmeckt auch köstlich. Einfach mit roten Zwiebeln, Kartoffeln, Brühe und Crème fraîche ergänzen. Gewürze verfeinern die Suppe bei Bedarf noch etwas.

mhk küche brennnessel tee

 

Tipp: Statt Spinat einfach mal zu Brennnesseln greifen – ident zubereiten und mit Milch oder Obers eine rahmige Note zaubern. Ein Gaumen-Highlight wird dieses Gericht mit Kartoffeln und einer Eierspeise.

mhk_banner_suche_167x_1000x350px

Rezept-Idee: Brennnessel-Pesto

Einfach die Pflanze samt Pinienkernen oder Walnüssen, Öl, Salz und Zitrone pürieren und schon hast du ein traumhaftes Wildkräuterpesto.

Die brennenden Haare werden übrigens beim Dünsten, Trocknen, Kochen oder Mixen unschädlich gemacht. Du brauchst dir also keine Sorgen um deine Zunge machen.

Die Brennnessel im Garten

Des einen Fluch ist des anderen Segen. So wird dieses Heilkraut im Garten auch ein gern gesehener Gast sein. Die Pflanze mag sonnige bis halbschattige Plätze und bevorzugt bei einer Topfkultur tiefen Boden, da ihre Wurzeln weit nach unten ragen. Im Garten braucht die Brennnessel nährstoffreichen und vor allem feuchten Boden – achte also auf eine ausreichende Wasserversorgung.

Ein wertvoller und schmerzarmer Tipp ist es, die Heilkräuter beim Ernten nur von unten nach oben zu berühren. Streicht man in die entgegengesetzte Richtung, kommt es zu dem allseits bekannten Brennen.


Weitere interessante Beiträge rund um Küche & Kochen:


Noch keine Kommentare.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *