Es werde Licht! – Perfekte Lichtplanung in der Küche

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Bei der Planung der Küche kommt dem Lichtkonzept eine ganz wesentliche Bedeutung zu. Sind bereits die Frontfarben, Materialien der Arbeitsplatte, Griffe und Elektrogeräte ausgesucht und die Steckdosen und Stromanschlüsse geplant, so solltest du gleichzeitig auch an eine stimmige und funktionale Beleuchtung denken. Denn diese nimmt enormen Einfluss auf das Erscheinungsbild deiner Küche.


Moderne Küchen sind in unterschiedliche Bereiche gegliedert: Da gibt es Arbeitsbereiche, die gut und sicher ausgeleuchtet deine Küche zum Kochparadies werden lassen, zum anderen plant man oftmals einen gemütlichen Sitz- und Essbereich ein, in dem eine eher heimelige Wohlfühlatmosphäre vorherrschen soll. Eine einzige Lichtquelle in Form einer Deckenlampe reicht hier definitiv nicht aus, das liegt auf der Hand.


Erstelle ein Beleuchtungskonzept

Dieses Konzept beinhaltet eine Auflistung, wo welches Licht in der Küche gebraucht wird und welche Lichtfarbe dabei eingesetzt wird. Küchenplaner setzen heutzutage meist auf moderne LED-Technik und Leuchten in unterschiedlich warmen Weißtönen. Im Beleuchtungskonzept teilst du deine Küche in folgende vier Anwendungsbereiche ein:

 


  1. Die Grundbeleuchtung

    sorgt für eine bessere Orientierung im Raum und bildet die Basis. Dies wird mittels einer flächig abstrahlenden Deckenleuchte erreicht, empfohlen werden Klassiker in Neutral- oder Warmweiß und eine Helligkeit von 300 Lumen pro Quadratmeter.
    Auch mehrflammige Spots ermöglichen ein Ausleuchten mehrerer Bereiche und lassen sich je nach Bedarf schwenken. Die Grundbeleuchtung deiner Wahl sollte unempfindlich und pflegeleicht sein, denn – so leistungsfähig heutige Dunstabzugshauben auch sein mögen – Kochdämpfe lassen sich beim Dünsten, Garen und Braten nicht vermeiden und setzen sich gerne auch auf den Lampen ab.

  1. Die Beleuchtung für den Koch- und Arbeitsbereich

    ist sehr wichtig, auch ihm solltest du bei der Planung höchste Aufmerksamkeit schenken. Eine direkte Beleuchtung der Arbeitsplatte kann mittels einer neutralweißen Arbeitsplattenbeleuchtung und Unterschrankleuchten für optimales Arbeitslicht sorgen. Das Licht sollte hier sehr hell gewählt werden, darf aber nicht blenden – 500 Lumen pro Quadratmeter sind ein guter Richtwert. Wichtig ist auch, dass es auf den Arbeitsplatz keinen Schatten wirft, schließlich dient es auch der Sicherheit beim Hantieren mit scharfen Messern.

    TIPP: Wenn du keine Oberschränke in deiner Küche hast, so gibt es alternativ spezielle Steckdosenlampen mit flexiblem Leuchtarm. Sind deine Küchenschränke oder Schubladen generell wenig ausgeleuchtet und du kannst wegen zu geringer Helligkeit oft Zucker von Salz nicht unterscheiden, so wähle praktische Schrankbeleuchtungssysteme, die sich beim Öffnen der Türen oder Laden automatisch einschalten.

  1. Die Beleuchtung für den Essbereich

    soll Gemütlichkeit vermitteln und Ambiente schaffen, denn beim Frühstück herrscht eine andere Atmosphäre als beim Abendessen oder gar beim romantischen Dinner. Daher empfiehlt sich warmweißes Licht, das auch in der Leuchtstärke angepasst und gedimmt werden kann. Hängeleuchten sind besonders geeignet, den Essbereich optimal auszuleuchten, gerade wenn sie auch noch höhenverstellbar sind. Beachten solltest du dabei, dass die Pendelleuchten nicht zu tief hängen, ein Abstand von 60 bis 70 cm zur Tischplatte ist optimal.

TIPP: Fehlt dir im Essbereich ein Deckenausgang und es kann keine Pendelleuchte installiert werden, kann am Esstisch eine Bogen-Stehleuchte mit Dimmfunktion die nötige Helligkeit geben.


  1. Zusätzliche Lichtakzente


    für mehr Wohlfühlatmosphäre können in Form von indirektem Licht, Vitrinenbeleuchtung, hinterleuchteten Griffleisten oder einem Dunstabzug mit integriertem Licht installiert werden. Zudem gibt es Möglichkeiten, LED-Stripes anzubringen oder eine Sockelbeleuchtung zu installieren. Selbst eine beleuchtete Küchenrückwand kann ein besonders individuelles Highlight abgeben. Dies gibt gerade offenen Wohnküchen den gewissen Touch und setzt deine Küche gekonnt in Szene.

Die Farbtemperatur oder Lichtfarbe

Die Lichtfarbe wird in Kelvin (K) gemessen und ist dafür verantwortlich, wie wir das erzeugte Licht empfinden. Eine grobe Unterteilung wird oftmals getroffen in:

  • Warmweiß: 2.000 bis 3.000 Kelvin
  • Neutralweiß: 3.300 bis 5.300 Kelvin
  • Kaltweiß (oder auch Tagelichtweiß): ab 5.300 Kelvin

Es ist erwiesen, dass sich die Farbtemperatur der Leuchtmittel ganz massiv auf das Wohlbefinden auswirkt. Eine Kombination aus warmweißem und tageslichtähnlichem neutralweißem Licht ist in der Küche sinnvoll.

Mittels unterschiedlicher Lichtfarben kannst du aber auch im Nachhinein Akzente setzen. Wähle Leuchtmittel, deren Farbtemperatur regelbar ist, so hast du mehr Möglichkeiten, deine Küche je nach Stimmung zu beleuchten.


Was bedeutet Lumen?

Lumen (lm) ist die standardisierte Einheit für den sogenannten Lichtstrom und lässt auf die Helligkeit einer Lampe schließen. Der Lichtstrom gibt an, wie viel Licht eine Lichtquelle nach allen Seiten abstrahlt. Je höher der Lumenwert, desto mehr Licht gibt eine Lampe ab. Was ist nun hell? Um einen Vergleich zu haben, hier einige Beispiele:

  • Eine 40 Watt Glühlampe gibt etwa 450 Lumen ab.
  • Eine 100 Watt Glühbirne entspricht 1.340 Lumen.
  • Eine Kerze schlägt mit einer Lichtleistung von etwa 12 Lumen zu Buche.

Eindeutige Empfehlung: LED-Leuchtmittel

Während Halogen-Leuchtmittel brillantes Licht abgeben, ist ihre Energiebilanz auch aufgrund der kürzeren Lebensdauer eher schlecht. Da sind LED-Leuchtmittel klar im Vorteil, denn

  • sie brauchen keine Anlaufzeit
  • enthalten keine giftigen Stoffe
  • haben eine geringe Wärmeentwicklung
  • liefern punktgenaue Beleuchtung
  • sind langlebig
  • energieeffizient und
  • somit auch gut für dein Geldbörserl

LEDs sind bereits in den unterschiedlichsten Varianten erhältlich – sie sind zwar in der Anschaffung teurer, was durch den langen und energiesparenden Betrieb von durchschnittlich bis zu 35.000 Stunden schnell relativiert wird.


Weitere Tipps zur Beleuchtung deiner Küche findest du hier:

Wie setzt man Küchenleuchten optimal ein?


Bildnachweis:

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